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3. Mai

Frühstück steht von 7 bis 10 a.m. zur Verfügung, meiner Meinung nach sehr entgegenkommende Zeiten. Ich hab jedenfalls nur einmal verschlafen und musste meine Cornflakes ohne Milch futtern. Neben Cornflakes in 4 Sorten und Milch in 2 Ausführungen gab es verschiedene Brotsorten und ein ganzes Arsenal an Aufstrichen von Nutella über echte Marmelade (die englische Orangenmarmelade) und Strawberry Jam (Erdbeermarmelade) bis zu "Marmite" (ein Aufstrich, der angeblich die Gemüter spaltet. Ich hab leider vergessen, ihn zu probieren). Gegessen wurde dann im Common Room, im Hintergrund eine englische Talk Show (qualitativ gleichwertig mit diversen (Nach)Mittagssendungen auf RTL, Sat1 und Co), netterweise sogar mit englischen Untertiteln und vielen *Piep*-Lauten. Mir gegenüber saß Ja. aus Kanada, den ich jedoch erst am Abend kennenlernte. So früh am Morgen englisch reden? Da wäre nicht viel Gutes bei rausgekommen.
Noch ohne Travelcard hab ich mich gegen 10 Uhr zu Fuß in die Stadt aufgemacht. Mein kühnes Vorhaben: Durch Lambeth und Waterloo geradewegs Richtung London Bridge spazieren und von dort aus an der anderen Seite der Themse die ersten Touristenstationen erkunden. So der Plan... Die Umsetzung brachte einige Erkenntnisse mit sich:

1. Ich habe noch nie so viele Jogger in einer Stadt gesehen. Im Nachhinein denke ich, dass ein Londoner in Dresden das gleiche über unsere Radfahrer sagen würde.
2. London scheint eine einzige große Baustelle zu sein.
3. Bauarbeiter, Polizisten und Straßenreiniger tragen allesamt die von Weitem gleich aussehenden signalgelben Sicherheitswesten. Das kann ziemlich seltsam wirken, wenn man eine Straße langgeht und die einzige ohne kanariengelbes Oberteil ist.
4. Hätte ich doch bloß meinen Komplass mitgenommen...
5. Verkehrslärm verursacht Kopfschmerzen. Notiz dazu in meinem Reisetagebuch: "Gimme a break of that traffic noise".

Nach endlosen Irrungen und Blicken in den Stadtplan überquerte ich London Bridge, sah mir das "Monument" an und versuchte (erfolglos, wie ich leider zu Hause feststellte), diese riesige Steinfackel, die an das Große Feuer von London (1666) erinnern soll, auf einem Foto festzuhalten. An der Bank of England machte ich die nächste Pause, verhalf jemandem zu einem Foto und ging als nächstes zu St. Paul's Cathedral. Ich wollte keine 6 Pfund Eintritt zahlen, also trieb ich mich ein paar Minuten im Eingangsbereich rum, betrachtete von dort aus den Innenraum, die Kuppel und was man sonst noch alles vom Eingangsbereich einer Kathedrale aus sehen kann. Draußen war St. Paul's von einem hübschen kleinen Park umgeben, der eine willkommene Erholung vom Londoner Verkehr war.
Laut Reisetagebuch bin ich als nächstes zur Themse gegangen, dort ein bischen langspaziert, bevor ich mir Fleet Street angesehen habe. Ehrlich gesagt kann ich das gerade nicht ganz nachvollziehen, da das laut Karte ein ziemlicher Umweg gewesen sein muss. Andererseits kann ich nicht behaupten, in London niemals Umwege gegangen zu sein, also wird das schon so stimmen. Vor der Old Bank of England sind mir zwei Steinsäulen mit Fackeln oben drauf aufgefallen. Hab das für eine sehr gute Idee gehalten, da es verdammt kalt war. Ein paar Seitenstraßen später hab ich mich in Covent Garden wiedergefunden, ein Ort, an den ich noch öfter zurückkehren würde. Die "Hauptattraktion" dort war die Markthalle, in der und um die sich sehr unterhaltsame Straßenkünstler positioniert haben. Einradfahrer, Jongleure, Menschen, die den guten alten Tischdecke-von-gedecktem-Tisch-ziehen-ohne-dass-etwas-runterfällt auch rückwärts ausführen können... Kurz sehr abwechslungsreiche Unterhaltung. Ein paar Meter weiter ist mir ein Plakat von "Lord of the Rings" aufgefallen. Das Musical sollte ab dem 9. Mai in Previews aufgeführt werden und ich nahm mir vor, bald ein Ticket dafür zu kaufen. Außerdem in Covent Garden befanden sich das London Transport Museum, leider nicht kostenfrei, und das London Theatre Museum, leider vorübergehend geschlossen.
Zunächst ging ich auf die Suche nach American Express, ich musste einen meiner Traveller Cheques wechseln, um Geld für's Mittagessen zu haben. Kurz vor Trafalgar Square fand ich eine Filiale. In einem netten Gespräch machte mir die Dame am Schalter klar, dass AmEx seit Neuestem Gebühren auch für das Umtauschen eigener Traveller Cheques eingeführt hat. Ich Glückspilz. Und das mit dem Glückspilz mein ich jetzt ganz unironisch, denn sie gab mir trotzdem volle 20 Pfund, weil es ja das erste Mal war. Und weil ich vermutlich nicht gerade den Eindruck hinterlassen habe, Geld wie Heu zu haben. Auf der Suche nach einem billigen Restaurant trieb ich mich anschließend in Soho rum. Irgendwie hatte ich mir dieses Viertel immer mit etwas mehr Flair vorgestellt... im Prinzip reihte sich nur Gaststätte an Pub an Imbiss an Gaststätte endlos aneinander. Zudem schreckte mich jede einzelne mit ihren Preisen ab. So ungewohnt daran, 10 Euro für mein Mittagessen zu bezahlen, lief ich weiter hungrig umher, landete am Piccadilly Circus (Ein Platz, den ich mir größer vorgestellt hätte. Viel mehr als die berühmte Werbetafel an der runden Häuserecke war da nicht zu sehen) und tat etwas, was ich während meines Aufenthalts in London nicht mehr tun würde: Ich kaufte mir Pommes, McFlurry und Muffin bei McDonalds. So kam ich zwar billiger weg, hatte aber sehr bald wieder Hunger. Dumm gelaufen. Nunja, vorübergehend glücklich mampfend setzte ich mich mit Pommes und McFlurry in den wunderschönen St. James's Park, durchquerte diesen anschließend Richtung Buckingham Palace und stolperte über zwei weitere der oben genannten Säulen, diesmal unangezündet. Ich vermute vage, dass die Dinger etwas mit den olympischen Spielen 2012 zutun haben könnten, olympische Fackel undso. Am Buckingham Palace ist nicht viel los, die Guards stehen pflichtbewusst da, ein paar Touristen machen Fotos, einer leiht sich kurz meinen Stadtplan und ich mache mich schließlich auf den Rückweg nach Lambeth. Dieser gestaltet sich natürlich wieder einmal schwierig, da es mir gewaltig an Orientierungssinn in dieser planlosen Stadt mit ihren kurvigen Straßen mangelt. Ich höre also etwas Radio, während ich irgendwie bei Victoria Station lande, kaufe mir dort meinen ersten "echten" Smoothie, finde zu meiner großen Beruhigung eine Karte der Londoner U-Bahnen, kurz Tube-Map (mal ehrlich, englisch ist so viel kürzer als deutsch...) und komme schließlich 8 Uhr Abends völlig erschöpft in Journey's Hostel an. Nach 10 Stunden auf den Beinen verbringe ich den Rest des Abends auf dem sehr gemütlichen blauen Sofa, plaudere mit R. und Ja., lerne Jo. aus Australien kennen und gehe voller Vorfreude auf meine ab dem Folgetag geltende Travelcard (so viele neue Möglichkeiten to get lost!) ins Bett.
22.5.07 21:42
 


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