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Texte (Prosa)

Die Bahn kommt

Ich wei? nicht, ob ich dich vermissen werde. Ich stehe hier am Bahnhof: in 7 Minuten, laut Plan, wird der Intercity einfahren, ich werde einsteigen und in drei Stunden mit einem Berg Gep?ck im Hauptbahnhof der Hauptstadt stehen. Einige hundert Kilometer entfernt von dir werde ich mein Leben aufbauen - nah genug, um sich in einem Anfall von Sehnsucht ins Auto zu setzen und noch am gleichen Tag anzukommen, aber doch weit genug, um dir nicht pl?tzlich beim Gem?seh?ndler um die Ecke gegen?ber zu stehen. Werde ich dich vermissen? Habe ich dich bisher vermisst? Wir lebten nur eine handvoll Kilometer auseinander, bewegten uns daher oft im gleichen Viertel der Stadt. Dennoch hielten sich unsere Begegnungen in engen Grenzen. Keine Ahnung, woran das lag, ich habe nie mit dir ?ber deine gew?hnlichen Tagesabl?ufe gesprochen, doch sie mussten sich von meinen sehr unterscheiden. Eine ?berraschende Erkenntnis, wenn man wei?, wie viel wir gemeinsam haben. Man m?sste sie anzweifeln. Man w?re verpflichtet, sie anzuzweifeln. Man k?nnte denken, dass wir uns einfach meist ?bersehen haben, aber das scheint mir so gut wie unm?glich. Seit wir vor drei Jahren mehr miteinander zu tun bekamen, sp?rte ich deine Anwesenheit, sah ich unwillk?rlich in deine Richtung, erkannte ich dich selbst beim schlechtesten Wetter auf 100 Meter Entfernung. Wir sehen uns seit einiger Zeit seltener, aber diese Verfeinerung der Sinne hat mich nie verlassen.
Die Bahn kommt, und immer noch in meine wandernden Gedanken versunken sammle ich meine Gep?ckst?cke auf und betrete Abteil 9, Reservierung auf Platz 20. M?hsam hieve ich die zwei prall gef?llten Reisetaschen in die Gep?ckablage. Eine Hand taucht neben den meinen auf und hilft mir, alles da so zu fixieren, dass die n?chste Kurve keine Lawine ausl?sen wird. Ich sp?re, wie meine Aufmerksamkeit bis zum Anschlag gestiegen ist, meine Sinne konzentriert auf Vergleiche mit unz?hligen Erinnerungen und wie sich nach Sekundenbruchteilen der Analyse ein erkennendes L?cheln auf mein Gesicht schleicht.
2.2.06 14:04


Worte heute ausverkauft

Teil 1 (Fortsetzung nicht garantiert)

„Oh... hey. Was machst du denn hier?“ Schei?e, was f?r ein Gestammel. Und dazu auch noch die sinnlosesten Worte, die man h?tte sagen k?nnen. Sie selbst pflegte diese Frage mit ‚Snowboarden’ oder, falls es Winter war, mit ‚Wasserski fahren’ zu beantworten. Andererseits war ihre Reaktion schon ein wenig berechtigt gewesen, wenn man bedachte, dass es bereits zwei Uhr morgens war. Sicher, er wohnte nur 10 Minuten von der Stra?enecke am Graben entfernt, aber er wusste schlie?lich nicht, dass sie das wusste. „Spazierengehen.“ Als w?re es das Normalste der Welt, mitten in der Nacht, mitten im Januar. „Ja, ich auch.“ Wenn sie nicht schnellstens etwas Geistreicheres von sich gab, w?rden sie sich innerhalb der n?chsten f?nf Sekunden verabschieden. W?hrend sie krampfhaft nach etwas suchte, das man einem Bekannten sagen k?nnte, dem man unter diesen Umst?nden auf der Stra?e begegnet, stieg Panik in ihr auf und sie hoffte, dass er das nicht in ihren Augen sehen k?nnte. Anzeichen daf?r machte er nicht, aber wer wusste das schon. Sie konnte das bei ihm nie so genau sagen.“Sch?ne Gegend hier, nicht?“ Autsch. Schnell f?gte sie stotternd hinzu: „Was machst du so am Wochenende?“ Oh verdammt, das war’s dann wohl. Hatte ihr Hirn sie jetzt v?llig im Stich gelassen? Sie sp?rte, wie ihre Gesichtshaut die knallrote Farbe ihrer Haare annahm und sah ihm z?gernd in die Augen, die sichtlich ?berrascht zur?ckstarrten.

Ja... Landgraben + Musik = Tagtr?ume
Tagtr?ume + Papier + Stift = Text.
7.1.06 14:34


If you can’t walk, you have to run.

Wieder. Schon wieder. Schon wieder hetzte Jara die Stra?en ihres monotonen Viertels. Haus an Haus, Minigarten an Minigarten, geputzte Fassaden, ein paar wenige m?rrische Gesichter hinter den geputzten Fenstern und den R?schengardinen. Schon seit sie vor einer halben Stunde losgelaufen war, wollte Jara nur noch Tr?nen auf ihrem Gesicht sp?ren, sich aus vollem Lauf auf eine Wiese am Flusshang werfen, dort liegen bleiben und an nichts mehr denken m?ssen. Stattdessen hastete sie kopflos die Gassen entlang, getrieben von diesen uns?glichen Gedanken und den lebhaften Bildern in ihrem Kopf. Kurz nach ihrem Aufbruch w?re sie fast mit voller Absicht gegen einen Laternenmast gelaufen, wenn nicht vorher ihre schweren Schuhe ungebremst mit diesem zusammengesto?en w?ren und sie der heftige Aufprall wieder halbwegs zur Besinnung gebracht h?tte. Ab und zu schloss Jara die Augen, in der Hoffnung, dass der Film vor ihrem Gesicht dadurch verschwinden w?rde. Er tat ihr nat?rlich nicht den Gefallen und trat noch deutlicher hervor, und mit jedem Detail sah sie den vergangenen Vormittag und f?hlte sich dabei, als w?rde ihr ein Messer in den Magen gesto?en und dort langsam hin- und hergedreht. Wie in einem Kinderkarussell kreisten die S?tze in ihrem Kopf, von denen sie jedes Mal an Tagen wie diesen geplagt wurde:
„Wozu hast du dir Hoffnung gemacht?“
„Wieso bekommst du den Mund nicht auf?“
„Das kann doch nicht so schwer sein.“
„Richtiger Moment – richtiger Ort – Falsches Hirn“
„Warum ich?“
„Warum er?“
Und auf dem selben Jahrmarkt lief gleichzeitig ein zweites Karussell, das ihr die Bilder der verpassten Chancen zeigte und sie all die nichtgesagten S?tze h?ren lie?. Immer schneller wirbelten die Drehscheiben, bis alles zu einem riesigen Farbenwirbel verschmolz und sich schlie?lich die Bestandteile l?sten, ineinander krachten und miteinander friedlich im Chaos versanken. Ungef?hr zeitgleich erreichte Jara die Br?cke ?ber den Landgraben und wechselte innerhalb von wenigen Millisekunden von fast schon rennendem Lauf zu v?lligem Stillstand. Wasser. Flie?en. Ruhe. Sie wusste nicht warum, aber dieser Ort strahlte eine seltsame Ruhe aus, von der sie glaubte, dass nur sie allein diese gerade dort empfand. Sie stie? sich von der niedrigen Steinmauer ab, die wohl ein Br?ckengel?nder ersetzen sollte und betrat den schmalen Pfad links neben dem Graben. Er war wie fast immer v?llig verschlammt und die Brennnesseln wucherten am Hang wie eh und je. Wie in Trance bewegte sich Jara auf die Steinstufen zu, die hinab zum Wasser f?hrten, ?berwand drei von ihnen und lie? sich knapp ?ber dem Eis auf ihnen nieder. Sie wusste nicht, wie lange sie dort sa? und es war ihr auch ziemlich egal. Die wenigen Menschen, die vorbeikamen, interessierten sich nicht f?r sie, sahen sie wahrscheinlich auch nicht und sie war froh dar?ber. Einmal schien sich jemand zu fragen, was sie da machte, doch sie reagierte mit strategischer Nichtbeachtung. Als sie schlie?lich wieder aufstand, hatte sich ein schwerer Nebel aus Wasser und Staub ?ber den eingest?rzten Jahrmarkt gelegt.
4.1.06 22:23





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